Seit der Wende kann ich auf mehrere Ruten zwischen 1,8 m bis 3 m Länge zurückgreifen. Die Wurfgewichte schwanken dabei zwischen 5 bis 70 g. Wichtig sind mir bei der Rutenwahl ein hochwertiger Kohlefaserblank mit SIC- Beringung, Korkgriff und Schraubrollenhalterung bei einem geringen Rutengewicht bis 200 g. Rückblickend stelle ich fest, dass ich, wie viele Angler auch, seit der Wende bestimmte Modererscheinungen beim Spinnangeln mitgemacht habe. So findet sich in meinem Arsenal eine 1,8 m lange Jerkrute für Multirolle. Mit dieser bin ich bisher aber noch nicht so richtig warm geworden, da mir dazu noch das richtige Schlüsselerlebnis fehlt. Und eine Meerforellenrute von 3 m Länge musste in meinem Urlaub 2007 auf Langeland auch mit. Eine Meerforelle hatte sie bisher nie gesehen, aber die dafür auf Meerforellenblinker gehakten Dorsche bezwang sie souverän. Die Forellenruten für kleine Spinner und Wobbler von 2,1 m und 2,4 m Länge haben sich, im Gewässer watend bzw. vom Ufer aus, bisher gut bewährt. Die kräftigere Spinnrute von 2,7 m Länge mit Rückrat und sensibler Spitze und semiparabolischer Aktion ist top auf Zander und Hecht vom Boot, aber genauso vom Ufer aus. Sie hat seit ca. 10 Jahren meine bis dato sog. Zanderrute der 90 er Jahre mit parabolischer Aktion abgelöst. Aktuell fische ich gern mit einer 3,6 m langen Rute. Zu dieser bin ich seit Mai dieses Jahres im Ergebnis einer Bewerbung zu einem Rutentest gekommen. Diese sog. Sbirolinorute mit einem fantastisch leichten Gewicht von nur 190 g und 5 bis 25 g WG nebst SIC-Beringung hat eine semiparabolische Aktion. Die Rute hat sofort mein Anglerherz erobert, da sie sich nicht nur zum Sbirolinofischen eignet.
Die passende Multirolle für meine Jerkrute ist eine leichte Baitcastrolle und zum Jerken gut geeignet. Bespult ist diese mit einer geflochtenen und gelb eingefärbten 0,15 er. Die anderen Spinnruten werden einsatzweise mit 2500 er Stationärrollen mit einer Übersetzung von 1.4,5 bis 1:5.2 bestückt. Die Schnurstärken betragen bei aufgespulter Geflechtschnur zwischen 0,10 bis 0,15 mm. Die gelben Farbtöne der Schnüre benötige ich zur besseren Sichtbarkeit des Verlaufes der Schnur bis zum Wasser. Insbesondere nach Distanzwürfen ist so die Erkennung von feinen Bissen, bspw. bei Seitenwind und Schnurbogen, am Schnureintritt ins Wasser möglich. Für’s Spinnangeln auf Forellen habe ich gute Erfahrungen mit einer Heckbremsrolle nebst Kampfbremse, Doppelkurbel und einer Übersetzung von mindestens 1:6 gemacht. Aufgespult ist diese mit einer hochwertigen 0,20 m transparenten Monofilschnur. Insgesamt achte ich darauf, dass das Gewicht der Rolle 300 g möglichst nicht übersteigt. So kann bei einem geringen Gesamtgewicht von Rute und Rolle stundenlang entspannt gefischt werden. Außer zum Spinnangeln auf Forellen, Barsche und Döbel verwende ich bei der Jagd auf Esox Vorfachmaterial aus Hardmono oder mehrfädigem Stahl. Die passenden Vorfächer stelle ich mir mit Klemmhülsen selbst her. Die Verbindung Vorfach zur Hauptschnur besteht zum vollen Erhalt der Tragkraft aus einem Knotenlosverbinder. Die Verbindung zwischen Vorfach und Kunstköder besteht aus einem sog. Duo Lock Karabiner. Bei der Verwendung von rotierenden Spinnern schalte ich stattdessen einen Wirbel mit Sicherheitseinhänger davor. Als Spinnköder kommen verschiedene Shads und Gummifische bis 15 cm Länge mit verschieden schweren Bleiköpfen, Spinner der Größen 1 bis 5, schwimmende oder schwebende Wobbler sowie Jerk‘s bis 15 cm Länge und selbstgebundene Streamer verschiedener Größen zum Einsatz. Auch Restbestände von DDR- Blinkern, wie Heintz-, Augen- und Z-Blinker sind heute, versehen mit neuen Sprengringen und Drillingen, nach wie vor fängig.