Die Posenmontage besteht im Wesentlichen aus Hauptschnur, Waggler, einem Stück Zwischenschnur und dem Vorfach.
Auf die Hauptschnur werden mindestens zwei Schnurstopper mit dem Stopperknoten angebunden, angefeuchtet, zugezogen und anschließend vorsichtig (Reibung!) zusammengeschoben. Dafür verwende ich farbige monofile Schnurreste von 0,18 mm Stärke. Zwei Schnurstopper sind rutschfester und verschieben sich nicht so leicht.
Die Enden der Schnurstopper müssen mind. 5 cm lang sein. Bei zu kurz abgeschnittenen Schnurenden sind diese steif wie Draht und verhaken sich gern beim Werfen in den Ringen . Die Folge beim Auswerfen sind in Rutenreichweite ins Wasser klatschende Montagen mit großem Scheucheffekt und ggf. Materialschaden. Die flexiblen längeren Enden der Schnurstopper kann man bei Bedarf immer wieder festziehen. Auch legen sie sich beim Wurf besser an die Hauptschnur an und gleiten fast problemlos durch die Rutenringe und beeinflussen somit die Wurfweite kaum.
Anschließend wird eine kleine farbige Kunststoffperle (Stickperle - Bastlerbedarf) auf die Hauptschnur gefädelt. An die untere Öse des Wagglers wird ein Karabinerwirbel kleinerer Größe (16, 18) eingehangen. Die Wirbelöse wird ebenfalls auf die Hauptschnur gefädelt. So kann ich über den Karabiner schnell den Waggler auswechseln, ohne jedes Mal die Montage neu zu formieren . Schließlich schiebe ich noch einen Gummistopper nach und binde einen kleinen Tönnchenwirbel (=< Gr. 16) ans Hauptschnurende. Der Gummistopper verhindert das Herunterrutschen des Wagglers bis zum Tönnchenwirbel. Ein Stück Zwischenschnur gleicher Stärke, jedoch mind. 0,20 mm bei dünnerer Hauptschnur, von 50 bis 120 cm Länge (je zu beangelnder Wassertiefe) wird an das andere Ende des Tönnchenwirbels angebunden. Auf ihr wird die Bebleiung angebracht. Als Verbindung zum Vorfach wird ans untere Zwischenschnurende entweder ein kleiner Schlaufenknoten oder ein kleiner Tönnchenwirbel angebracht. Nun muss ich nur noch die Wagglermontage ausbleien und anschließend das Vorfach anbinden. Ich habe mir angewöhnt, dies bereits zu Hause zu erledigen und so meine Angelruten komplett vorzubereiten. Zur Bebleiung verwende ich weiches Bleischrot und Bleiolivetten verschiedener Größen. Das Bleischrot wird nur mit einer speziellen Bleizange an die Zwischenschnur befestigt, um Schnurquetschungen zu vermeiden. Mein bewährtes Behältnis zum Ausbleien der Posen hatte ich bereits in der letzten Ausgabe beschrieben.
Die fertig montierten Angeln werden in das Rutenfutteral verstaut. Wegen der Bruchgefahr beim Transport werden die Waggler in einem gesonderten Posenbehälter mitgeführt.
Am Wasser brauche ich nach dem Einrichten der Angelstelle nur noch die montierte Rute zusamenzustecken und den Waggler in den Karabinerwirbel einzuhängen. Dann wird die Angelstelle entsprechend meiner ebenfalls bereits vorgestellten Lotmethoden ausgelotet, die Entfernung zur Angelstelle auf der Schnur markiert und angefüttert. Anschließend wird die Montage eingeholt, die Bebleiung gerichtet und auf festen Sitz geprüft, der Haken beködert und ausgeworfen.
Ergibt sich am Zielgewässer beim Ausloten eine Wassertiefe bis 2/3 der Rutenlänge und kann ich hindernisfrei auswerfen, wird mit den genannten Schnurstoppern oder alternativ mit den vorhandenen Bleischroten der Waggler auf die gelotete Tiefe fest fixiert.
Die restliche Zwischenschnurbebleiung wird vorsichtig als Punktbebleiung zurechtgerückt und festgeklemmt. Dabei sollte immer ein kleines Bissschrot unmittelbar an die Verbindung zum Vorfach gebracht werden.
Ist die gelotete Wassertiefe größer als 2/3 der Rutenlänge oder habe ich an der Angelstelle Probleme beim Auswerfen durch die vorhandene Vegetation, verwende ich den Waggler als Gleitpose.
Sehr wichtig in beiden Fällen ist, dass der Abstand zwischen Karabinerwirbel und der Bebleiung größer sein muss, als der Waggler lang ist. Zusätzlich muss das Vorfach kürzer sein als der Abstand vom Bissschrot zur Hauptbebleiung, um das Verheddern der Montage beim Auswerfen und beim Absinken im Wasser zu minimieren
Noch eins, der Waggler soll eine Tragkraft von mind. 1 g je m zu beangelnder Wassertiefe haben, um nach dem Auswerfen der Gleitmontage das Blei samt Köder schnell auf Tiefe zu bringen. Bei 4 m geloteter Wassertiefe müssen es schon mind. 4 g sein. Die kleinen Weißfische vernaschen sonst beim langsamen Absinken den Köder bereits im Mittelwasser. Den Köder schnell zum Gewässergrund gebracht bedeutet also oft auch bessere Fische.